Berliner Blitzermarathon beginnt

Vom 3. bis 9. August 2026 läuft die nächste europaweite „Speedweek“, die landsläufig als Blitzermarathon bezeichnet wird. Berlin nimmt an der Aktionswoche teil. Anders als bei der Frühjahrsausgabe gibt es diesmal keinen einzelnen 24-Stunden-Höhepunkt; die zusätzlichen Geschwindigkeitskontrollen verteilen sich über die ganze Woche.1

Für uns Autofahrer heißt das: Erhöhte Aufmerksamkeit und nicht darauf vertrauen, dass die tägliche Strecke schon blitzerfrei sein wird. Und klar, niemand freut sich über solch ein Kontrollaufgebot, oder wenn ein Messwagen oder Anhänger dazu führt, dass eine ganze Karavane vor einem plötzlich übereifrig abbremst. Der Zweck der Aktion ist dennoch nachvollziehbar. Zu schnelles Fahren zählt nach Einschätzung des ADAC weiterhin zu den häufigen Ursachen schwerer Verkehrsunfälle.2 Zusätzliche Kontrollen sollen das Tempo vor allem auf unfallträchtigen Strecken sowie in Bereichen mit besonderer Gefährdungslage senken.1

Berlin blitzt in absoluten Zahlen dennoch viel: Für 2025 wurden in der Hauptstadt 48 stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen gezählt – die höchste Zahl unter den im DAV-Vergleich erfassten Städten. Zusätzlich verfügte Berlin über 20 mobile Geschwindigkeitsmessfahrzeuge, sechs Messanhänger und 56 Handlasergeräte.3 Die mobilen Messanlagen registrierten 2025 rund 697.876 Geschwindigkeitsverstöße.4 Stationäre Messanlagen stellten im selben Jahr weitere 20.349 Geschwindigkeitsverstöße fest.4

Bei der Blitzerdichte sieht die Hauptstadt weniger streng aus: Eine Vergleichsstudie der 40 größten deutschen Städte errechnete für Berlin 5,6 aktive feste, mobile und teilstationäre Messgeräte pro 1.000 Hektar Straßenfläche. Damit lag Berlin deutlich unter dem damaligen Vergleichsdurchschnitt von 11,4 Geräten pro 1.000 Hektar Straßenfläche. Freiburg kam auf 35,3, Köln auf 16,1 und Hamburg auf 10,8 Geräte; München lag mit 4,7 knapp hinter Berlin. Berlin hat also viele Messgeräte, ist aber gemessen an seiner Straßenfläche nicht Deutschlands dichteste Blitzerstadt.5

Finanziell ist das Thema keineswegs klein: Berlin nahm 2025 rund 37,9 Millionen Euro aus Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen ein. Das waren 4,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr und bundesweit der zweithöchste Wert hinter Hamburg. Die Summe umfasst ausdrücklich nicht nur Tempoverstöße, sondern auch Verstöße an roten Ampeln.3

Man wird die Blitzer deshalb wohl stets zweiseitig betrachten: Einerseits der ständige Ärger über die scheinbar immer fies aufgestellten Bußgeldapparate – andererseits aber auch der Fakt, dass ohne Ihre Präsenz, man sich auch schon hier und dort einmal in der „richtigen Geschwindigkeit“ selbst überschätzt hätte. Es bleibt also nur zu sagen: Weiter vorsichtig fahren! Besonders in der kommenden Woche.

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